20. bis 23. September 2013, 6. Spieltag/1. Liga und 8. Spieltag/2. Liga

Na, nun ist der Jahrhunderttorben ja völlig unverdächtig, sich von Sponsoring jedweder Art beeinflussen zu lassen. Aber einen genaueren Blick auf die Trikots von Arminia Bielefeld (beim 2:1 gegen die Sandhausener Sandhäuser aus Sandhausen) hat er dann doch mal riskiert. Getgoods.de – super! Sachen kaufen, das klingt doch echt mal nach was. Der Jahrhunderttorben meint: Jeder mag Sachen! Vor allem, wenn sie groß, teuer und glitzernd sind.

Schauen wir uns doch mal im Sachenlager um. Wo es Sachen gibt, da ist toll. Und legen wir uns möglichst viele brauchbare Sachen in den Einkaufswagen. Als erstes benötigen wir: einen Assistenten für Bert van Marwijk. Mit Andreas Möller, den der neue HSV-Trainer sooo gerne gehabt hatte, wird’s ja zunächst mal nichts. Und wenn wir schon dabei sind, kaufen wir auch gleich ein Eis für den – zumindest derzeit – Unerwünschten. Denn jeder weiß: Wer Sachen gekauft bekommt, der hört direkt auf zu weinen.

Nachdem wir die Mainzer Krise ja schon eingepackt haben, setzen wir unsere Suche fort und hoffen, dass wir in den endlos langen Gängen noch weitere Dinge finden, die wir uns schon so lange wünschen: viele, ganz viele Punkte für die zahlreichen Traditionsklubs, die geschlossen dem Abgrund entgegen taumeln, und eine Komfort-Komplett-Ausstattung “Neue Kommentatoren fürs deutsche Fernsehen“.

Was sich nirgendwo finden lässt – nicht weil es ausverkauft wäre, sondern weil es einfach noch nicht erfunden ist –, ist ein Erweiterungspaket für unser Hoffenheim-Diorama: Fans, die sich in die Autobahn-Arena stellen und setzen lassen. Ganze 11.000 Gestalten haben am Dienstag beim Pokalspiel gegen Energie den traurigen, architektonisch wie stimmungstechnisch bedeutungslosen Prachtbau mit keinem Leben gefüllt. Schon beeindruckend! Sky-Moderator Sascha Roos gab dem wild gestikulierenden TSG-Keeper Jens Grahl dann während der zweiten Hälfte auch mal den Tipp: „Er braucht gar nicht erst versuchen, die Massen zu mobilisieren…“ Da kann man der TSG aus dem 19. Jahrhundert nur die Daumen drücken, dass sie nicht auf Einnahmen aus Ticket- und Fanartikelverkäufen angewiesen ist, sondern dass es da im Hintergrund einen in der Liga unbeliebten, aber dennoch potenten Geldgeber gibt. Aber, mal ehrlich: Wer kann sich denn sowas vorstellen?

Weitere Sachen lassen wir bei unserem Bummel durch die Regallabyrinthe links liegen: passives Abseits, die Torkamera, den vierten Offiziellen, die Coaching-Zone. Wobei uns dann einfällt, dass wir die meisten Sachen davon ärgerlicherweise ja schon haben. Hätten wir gewusst, dass wir heute in der Heimat der Sachen landen, hätten wir das alles mitnehmen und eine freundliche Fleischwarenfachverkäuferin fragen können,  ob wir es zurückgeben dürfen.

„Champions-und Europa-League hab’ ich auch noch. Haben sich als völlige Fehlkäufe herausgestellt.“ – „Jaja, das hören wir oft. War wohl ein Geschenk?“ – „Genau, von der Uefa.“ – „Die liegen oft daneben. Natürlich können Sie das umtauschen. Hier haben Sie einen Europapokal der Landesmeister und einen Uefa-Cup. Und weil Sie’s sind, gibt’s noch einen Pokal der Pokalsieger dazu!“ Herrliche Vorstellung!

Auch nicht mitnehmen wollen und können wir die aktuelle Handspiel-Regel. War’s nicht früher mal so, dass es Hand ist, wenn sich ein Spieler einen Vorteil verschafft?! Und dann konnte der Schiri noch mit ein bisschen gesundem Menschen- und Fußballsachverstand an die Sache drangehen und ein „was soll er aus der Entfernung machen?“ oder „das war jetzt aber Absicht!“ mit einbringen. Gut, ist jetzt natürlich blöd, wenn den meisten Referees der Fußball-Sachverstand abhanden gekommen ist. Aber einen solchen Schwachsinn wie derzeit erträgt doch kein Mensch. Eigentlich hat der Schiedsrichter nur zwei Optionen: Entweder er hält sich nicht ans Regelwerk oder jeder Fan fragt sich, ob der Unparteiische die Fußballschule gemeinsam mit Thomas Tuchel absolviert hat.

Ein schöner Zeitpunkt, um mal die Geschichte vom 28. Spieltag der vergangenen Saison loszuwerden (Nürnberg – Mainz 2:1): Der Mainzer Coach in der SWR-Sportsendung Flutlicht: “Mich hat es sehr verwundert, dass Pinola keine gelbe Karte bekommen hat. Ich habe dann den vierten Offiziellen gefragt, ob nicht jeder Spieler, der einen Elfmeter verursacht, zwangsläufig Gelb kriegen muss. Er sagte, dass das nicht stimmt, und das hat mich noch mehr verwundert.“ Schon damals schrieb der Jahrhunderttorben an anderer Stelle: „Deutschland, Fußball-Bundesliga: Hier ist einer eurer neuen Helden!“

Dann heißt es noch: an andere Menschen denken. Wo es so viele Sachen gibt, lassen sich auch ein paar Mitbringsel organisieren: Für Freiburg-Trainer Christian Streich holen wir ein bisschen Nachspielzeit, nachdem ihn am Sonntag nach dem Spiel gegen die Hertha der Mangel an Nachspielzeit fast dazu gebracht hatte, Schiedsrichter Jochen Drees im Mittelkreis des Studenten-Stadions zu Mensa-Fraß zu verarbeiten. Zugegebenermaßen: Wenn in vier Minuten Nachspielzeit zwei Spieler der Mannschaft, die mit dem Punkt zufrieden ist, für jeweils sechs Minuten am Boden liegen, dann darf man da gerne ein bisschen weiterspielen lassen. Sei’s drum (beliebter Kommentatoren-Spruch, um über jeden noch so fragwürdigen Umstand hinwegzugehen)!

Für Ralph Hasenhüttl nehmen wir ein Einladungskärtchen mit, das wir ihm dann per Post schicken können, Friedhelm Funkel bekommt eine bayrische Tracht, die ihm steht, und fürs DSF gibt’s Touchscreens, die sich nicht bemalen lassen. Und für alle anderen: eine Einkaufsliste zum Selbstausfüllen – wer etwas braucht, darf es hier gerne posten. Oder auf www.facebook.de/jahrhunderttorben. Der Jahrhunderttorben freut sich drauf!

Ein Gedanke zu „20. bis 23. September 2013, 6. Spieltag/1. Liga und 8. Spieltag/2. Liga

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