13. – 16. Dezember 2013, 16. Spieltag/1. Liga und … was soll’s, es ist Klub-WM!!!

Noch ganz hin und weg vom Halbfinale der Fifa-Klub-WM isser in dieser Woche, der Jahrhunderttorben. Wird sich vermutlich auch bis zum Wochenende noch nicht beruhigt haben und sich deshalb auch nicht auf den letzten Spieltag des Jahres konzentrieren können. Zumindest hofft er das – nach den zuletzt gezeigten Lauterer Auftritten. Nicht nur die lustigen Fußballer aus Guangzhou haben uns begeistert, sondern vor allem die tollen Neuerungen, die sich die Groß-, Grau- und Leerkopferten im Weltverband ausgedacht haben.

Was hat uns das Halbfinale der Klub-WM nicht alles geboten. Der Guangzhou Evergrande FC, ein klangvoller Name, seit Kurzem Serienmeister der China Super League und Gewinner der AFC Champions League (im Finale zwei Remis gegen den FC Seoul), hat gegen die Bayern gespielt. Und die hatten sogar auf den Rängen die „Schickeria“ mitgebracht, wie uns Steffen Simon gutgelaunt vorgeträllert hat. Ab der kommenden Saison will der fröhliche Kommentator sich übrigens dafür einsetzen, dass die Stadionsprecher vor Spielbeginn sämtliche vorbestraften Besucher namentlich begrüßen müssen…

Während sich also die Bayern lustig das Bällchen zugeschubst haben, sind sieben Chinesen, ein Südkoreaner, zwei Brasilianer und ein Argentinier wild zwischendrin rumgewuselt. Dazu kam noch ein unverbesserlicher Chaot in Gelb, der nicht nur während der gesamten 90 Minuten mit seiner Trillerpfeife irritiert, sondern auch noch vor jedem Freistoß in Tornähe das Spielfeld mit üblen Graffiti verunstaltet hat.

Das Freistoßspray, das nach rund 45 Sekunden wieder verschwindet. Toll! Welch’ eine Idee! So bleibe garantiert, dass die 9,15 Meter zwischen Mauer und Ball auch eingehalten werden, glaubt die Fifa. Mal davon abgesehen, dass wir in der Bundesliga unsere Kandidaten genau kennen, bei denen 9,15 Meter eher 6,50 oder 11,80 Meter sind – und auch jene, bei denen 9,15 Meter bei der einen Mannschaft 6,50 und bei der anderen 11,80 Meter sind –, ist der Gedanke wirklich einleuchtend: Bislang rückt die Mauer immer noch mal kurz vor Ausführung des Freistoßes näher an den Ball, trotz eindringlicher Ermahnung des Schiris und im Wissen, eine gelbe Karte zu riskieren. Immer wieder haben sich die Verantwortlichen bei der Fifa diese Situation vor Augen geführt, wieder und wieder dieses größte Problem des Fußballs aus allen erdenklichen Perspektiven – wie immer theoretisch – durchgespielt. Und sind dann zur einzig logischen Lösung in dieser hochproblematischen Angelegenheit gekommen: Das einzige, was hier hilft, ist Sprühschaum.
Und wir machen uns hier Woche für Woche Gedanken, wie wir das Spiel wieder erträglich gestalten können – aber manchmal wollen einem die offensichtlichsten Schlüsselerkenntnisse einfach nicht ins Auge springen…

Aber noch viel wichtiger: Endlich haben wir die Torlinientechnik! Und gleich hat sich gezeigt, dass der Jahrhunderttorben sich in seiner rechthaberischen Art einfach geirrt hat – das muss er dann auch einfach mal zugeben können. Denn tatsächlich: Keiner weiß, wie die Partie geendet hätte, wäre nicht die neue Technik zum Einsatz gekommen. Großes Glück für die Bayern, dass Ribérys 1:0 gezählt hat: Da wurde im internationalen Fernsehen gleich noch mal die aus Bildern von sieben Kameras errechnete Grafik gezeigt, die eindeutig beweist, dass der sympathische Franzose den Ball über die Linie bugsiert hatte. Vermutlich entschied der Referee Bakary Gassama (Gambia) erst aufgrund des automatisch ausgelösten Signals auf Tor. Ohne die moderne Technik wäre den Bayern nur der im Netz zappelnde Ball als Beweis geblieben. Bisschen dünn!
Und dann gab’s ja auch noch Toni Kroos’ Lattenschuss, bei dem sich Kommentator Simon tatsächlich und ganz ernsthaft die postmoderne Standgrafik angeschaut und sich danach erst festgelegt hat. Warum auch nicht? Kroos’ Schuss, der von der Latte irgendwo Richtung Fünf-Meter-Raum-Linie rauschte, der war ja nun wirklich so nah dran, drin zu sein, wie die ARD-Sportschau des Jahres 2013 mit ihren pompösen Grafiken, sinnfreien Einspielern und Matthias Opdenhövel wirklich ganz nah dran ist, irgendjemandem nicht auf den Sack zu gehen.

Und während alle Hacker aus der Kreisliga darauf warten, dass endlich das Eisspray, dessen Wirkung nach 45 Sekunden verschwindet, entwickelt und dem gegnerischen Betreuer in die Tasche gelegt wird, gratulieren wir dem FC Bayern auch gleich zum 4112. Titel dieses Jahres: Bei der Sportlerwahl wurden die sympathischen – verdammt, man kann es immer wieder nur wiederholen, vergesst bloß das „sympathische“ nicht – Fußballer zur Mannschaft des Jahres gewählt. Eine tolle Wahl! Vor allem, wenn man bedenkt, dass der Kader des FCB die grandiosen gezeigten Leistungen für lumpige 140 Millionen Euro pro Jahr erbringt. Während es auch genügend Bewerber um den Titel gab, die zwar ebenfalls herausragende sportliche Taten vollbracht haben, aber teilweise fürstliche Monatsgehälter eines Sportsoldaten einstecken. Wirklich: eine tolle Wahl mit viel Augenmaß!

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