24. – 26. Januar 2014, 18. Spieltag/1. Liga

Immer! Immer freuen wir uns wie Ex-Profifußballer vorm Coming-Out, wenn endlich die Winterpause zu Ende geht! Wenn es endlich wieder darum geht, wer wem die Bälle reinstolpert, wer wen weggrätscht und welcher Kommentator den größten Rotz verzapft. Und es endlich wieder völlig egal ist, welcher der zurecht vergessenen ehemaligen Nationalspieler durch die Offenlegung seiner sexuellen Vorlieben welchen Papst unter Umständen verärgert haben könnte. Hier ist wieder: eure Leidenschaft, euer Jahrhunderttorben, euer Blog!

Wir stehen dazu: Wir lieben Fußball! Gut, es müsste nicht unbedingt das weichgespülte Trend-Event für die Spaßgesellschaft sein, zu dem unser Sport verkommen ist, aber: Sei’s drum (Da isser seit langer Zeit endlich mal wieder! Der salomonische Kommentatorenspruch, um krasse Fehlentscheidungen und schwere Manuel-Neuer-Patzer gekonnt zur Seite zu schieben)! Wir lieben ihn trotz allem! Und warten jetzt. Auf Interview-Anfragen sämtlicher Fernsehsender, ob wir dieses bahnbrechende Geständnis vor laufenden Kameras wiederholen können. Auf die Kommentare in Zeitungen, die uns für unseren enormen Mut und unseren unschätzbaren Dienst an der Gesellschaft loben und gleichzeitig klarstellen, dass das doch das Normalste der Welt ist und man eigentlich gar nicht darüber schreiben muss. Und darauf, dass das jeden Tag geschrieben wird! Von allen! Und jetzt wagt der Jahrhunderttorben eine Prognose: In naher Zukunft werden viele unserem Beispiel folgen und sich zu ihrer Liebe zum Fußball bekennen. Nicht, weil sie das Bedürfnis haben, irgendjemanden mit dieser verhältnismäßig unnützen Info zu belästigen, sondern weil sie ganz einfach mal wieder ihren Namen in der Zeitung lesen wollen. Aber Beeilung: Ab dem vierten Fußballliebhaber wird’s uninteressant!

Jetzt heißt’s umschalten! Weg vom Winterpausengeplänkel, hin zum Bundesliga-Fußball. Hin zum 1. FC Nürnberg, der es irgendwie verkackt hat. Da hatten sich die Glubber doch augenscheinlich vorgenommen, den legendären Kickern von Schweinfurt 0:20 den in Stein gemeißelten Rekord für die Ewigkeit einfach so im Vorbeischießen…ääh -gehen streitig zu machen. Nur noch ein paar Spiele hätten die Nürnberger durchhalten müssen – bis zum 24. Spieltag. Erst da gelang den Schweinfurtern in der Zweitligasaison 90/91 der erste Saisonsieg. Am Ende waren’s übrigens zwei, aber die 05er hatten damals auch 38 Spieltage Zeit. Sei’s drum (!!!)! Der Club, in der gesamten Hinrunde sieglos (zumindest in der ersten Liga hatte das noch niemand geschafft), hat zum Rückrundenauftakt stark nachgelassen und gleich viermal eingenetzt. Hitzlsperger (2), Hitzlsperger und Hitzlsperger waren die Torschützen beim 4:0. Und bei den Hoppenheimern geht wohl schon bald wieder die Torhüter-Diskussion los, nachdem zum Rückrundenauftakt Hitzlsperger wieder Hitzlsperger ersetzt hatte, der zuvor für Hitzlsperger in den Kasten gerückt war. Hätten sie mal den Mucki-Hitzlsperger behalten, der ja seit einer gefühlten Ewigkeit nur noch auf der Tribüne saß. Der behauptet übrigens auf seiner Homepage www.tim-wiese.de (seltsam, oder?) immer noch, sein großer Traum sei es, mit Bremen die Meisterschaft zu gewinnen. Weiß er da was, was wir noch nicht wissen, oder ist das nur ein weiteres Zeichen pathologischer Verwirrung?

Und ein weiterer Grund, warum wir uns so freuen, dass es endlich weitergeht mit der Liga: Die Pause war so lang, dass dem einen oder anderen Hauptakteur tatsächlich schon ein wenig das Basiswissen abhanden gekommen ist. Und das sogar bei Leuten, die grundsätzlich eher nicht im Verdacht stehen, an pathologischer Unwissenheit zu leiden. Wie etwa Hertha-Coach Hitzlsperger. Der befand nach der 0:1-Niederlage der Berliner in Frankfurt: „Das war ein typisches 0:0-Spiel.“ Hmmm. Naaaaaaja, wie sollen wir ihm das jetzt näherbringen!? Bei so einem ganz, also einem richtig, richtig typischen, aber auch so was von ur-typischen 0:0-Spiel, also wenn wir es da ganz genau nehmen, bei so einem Spiel fällt eigentlich kein Tor. Und die Tatsache, dass kein Tor fällt – das kann man wohl so sagen –, die ist sogar das Typischste an einem typischen 0:0-Spiel. Macht aber nix. Schließlich ist jetzt wieder wöchentliches Dazu-Lernen angesagt. Und vielleicht hat sich der holländische Hitzlsperger ja auch einfach nur ein bisschen falsch ausgedrückt. Denn ein Erstliga-Trainer, der so gar keine Ahnung von Fußball hat? Gibt’s nicht! Oder? Auch bei Mainz 05 gab’s übrigens einen heftigen Kampf um die Torwart-Position. Den einzig wirklich Guten, den sie hatten (siehe Jahrhunderttorben vom 12. November), den haben sie jetzt ganz aus dem Kader verbannt. Stattdessen dürfen Nachwuchs-Hitzlsperger, der Clowns-Hitzlsperger mit dem lustigen Namen und ein neuer Hitzlsperger ran. Er ist halt ein ganz Großer, der Thomas Tuchel…

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>