14. – 17. Februar 2014, 21. Spieltag/1. und 2. Liga

Dank der technischen Probleme, unter denen der Jahrhunderttorben weiterhin leidet (jetzt funktionieren die Like-Buttons unter den Beiträgen nur unregelmäßig – wer von euch sieht sie denn wie oft mit welchem Browser?), ist es schon reichlich spät geworden für unseren traditionellen Rückblick auf den jüngsten Spieltag. Deshalb nutzen wir doch die Gelegenheit, um die Frage zu klären, die der Jahrhunderttorben in den vergangenen Tagen schon auf seiner Facebook-Seite zur Diskussion gestellt hat und die sich wohl jeder Fußball-Fan (sofern er auch Sky-Abonnent ist) derzeit stellt: Was – verdammt noch mal – geht mich „House of Cards“ an?

Schlimm. Seit Wochen. Bei jeder Live-Übertragung. Bei Erstligaspielen. Zweitligaspielen. Sogar bei Europapokal-Partien. Irgendwann zwischen der 60. und 70. Minute. Kommentator: „House of Cards. Bei Sky. Mussu gucken.“ Weiß ich noch nicht. Also, ob ich das will. Soll ja gut sein. Schreiben sie selbst im Feuilleton der FAZ. Seit Terminator habe sich eine Fortsetzung nicht mehr so bedingungslos empfehlen lassen wie die zweite Staffel von „House of Cards“, sagen sie. Muss was dran sein. Aber scheiße: Jeeeeeetzt is Fuuuuußball!!!! Wer sich mehrere Spiele an einem Wochenende anschaut, der träumt nachts davon. Nicht von Fußball, sondern von „House of Cards“. So oft wird das dem unbedarften Ballsportinteressierten ins Hirn gedroschen. Vielleicht sollten wir es uns anschauen. „House of Cards“. Und drauf warten, dass sich Kevin Spacey, wenn es um strategische Kriege im Pazifik geht, wenn sich der Blick auf wahre Abgründe im politischen Machtspiel auftut, zur Kamera dreht und sagt: „Verpassen Sie auf keinen Fall am Freitagabend: SV Sandhausen gegen VfR Aalen. Das müssen Sie gesehen haben.“ Mussu gucken.

Und gegen die Vorgabe des Senders kann sich keiner wehren. Selbst Marcel Reif hat’s bei der Champions-League-Begegnung zwischen den etwas desorientierten Gunners und den alle zu Tode langweilenden Bayern raushauen müssen. House. Of. Cards. Drei Worte, die sitzen. Und die mittlerweile wohl öfter im Zusammenhang mit Fußballspielen durch die Mikrofone geschwappt sind als „FSV Mainz 05“ in Zusammenhang mit internationalem Fußball. Gut, jetzt gibt es genügend Kommentatoren, die selten etwas Substantielleres zum Thema Fußball beigetragen haben als „Mach ma’ House of Cards an“. Gerade bei Sky haben sich ja einige solcher Kandidaten versammelt (so sie denn bei Sport1 nicht untergekommen sind). Aber trotz der gelegentlichen Versuche, durch geniale Ãœberleitungen das Fremdkörperpotenzial der „House of Cards“-Anpreisung gegen Null tendieren zu lassen („Schauspielerei dulden wir bei Sky nur auf unseren Filmkanälen…“), man mag und kann es einfach so gar nicht mehr hören.

Nichtsdestotrotz hat sich der Jahrhunderttorben – im Rahmen seiner fußball-philosophischen Sorgfaltspflicht – mit dem Thema „House of Cards“ auseinandergesetzt. Wäre ja immerhin auch denkbar, dass er den Zusammenhang zwischen der mehrfach preisgekrönten US-Serie und der wöchentlich nervenden deutschen Bundesliga einfach nur nicht mitbekommen hat. Bei Wikipedia hat er sich mal einen ersten Überblick verschafft. Und tatsächlich, gleich ist es ihm wie Schuppen von den Augen gefallen! Dort heißt es: „Im Zentrum steht Francis ,Frank’ Underwood (Spacey), ein intelligenter, erfahrener und machtbewusster Kongressabgeordneter der Demokratischen Partei. Als Majority Whip der Demokraten ist es seine Aufgabe, die Abgeordneten auf Partei- bzw. Regierungslinie zu bringen. Als ihm der begehrte und bereits versprochene Posten des Außenministers vom neuen Präsidenten und Parteifreund Garrett Walker jedoch vorenthalten wird, sinnt Underwood auf Rache. Durch Intrigen und skrupelloses Vorgehen vergrößert er seinen politischen Einfluss, unterstützt von seiner ebenfalls berechnenden Ehefrau Claire. Frank nutzt nun sein intimes Wissen über den Politikbetrieb in Washington und instrumentalisiert unter anderem eine ehrgeizige Reporterin für seine Ziele.“ Okay, die Namen der Protagonisten sind anscheinend frei erfunden, und es muss natürlich nicht Washington, sondern Hamburg heißen, aber ganz klar: Es geht irgendwie um den HSV! Ums Präsidium, den Aufsichtsrat, die Medien, den Magath. Da ist des Rätsels Lösung! Wir nehmen alles zurück. Hat ja doch was mit Fußball zu tun. Dann ist gut. Wäre ja auch wirklich blöd gewesen, die Plattform „Fußball“ zu nutzen, um etwas völlig anderes zu vermarkten. Gerade noch mal gut gegangen. CDs der sehr geilen Lauterer Deutschrock-Band DODS können gerne über den Jahrhunderttorben geordert werden. Mussu hören.

Ein Gedanke zu „14. – 17. Februar 2014, 21. Spieltag/1. und 2. Liga

  1. Jeff_Jeff_Jeff

    House of Cards! Ottmar – so etwas hab ich ja noch nie erlebt!

    Das Gequatsche muss ich mir bei der nächsten Sky-Erfahrung mal reinziehen.

    Aber Sandhausen gegen Aalen ist schon der absolute Ober-Klassiker!!!
    Wird nur noch von Paderborn gegen Aue übertroffen :-)

    Wobei, das Traurige daran ist, dass die einen tatsächlich vor uns (DEEEEM GROßARTIGEN FCK) stehen (das muss man sich erst einmal vorstellen) und wir den anderen in unserer Duseligkeit zum Titel “Vizekusen-Rauswerfer-Besieger” verholfen haben.

    Hoffentlich wiederholt sich der Mist nicht am Sonntag!

    Gruß vom Dekan!

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